Nachdem die ersten beiden Bühnenauftritte in Tübach bzw. Waldstatt gut gelangen, war es am vergangenen Samstag an der Zeit, unsere traditionelle und viel gerühmte Beizentauglichkeit auf die Probe zu stellen. Hierfür bietet sich die früh startende Beizenfasnacht in unserer Nachbargemeinde an.
Und so machten wir uns bei offiziellen -15°C und gefühlten -55°C auf einen nächtlichen Streifzug durch Gossau. Als erstes Stand der Quellenhof auf dem Programm, die Bahnhofsbeiz von Gossau quasi. Von den gut gezählten 10 Gästen verabschiedeten sich zwei – ein junges Pärchen – ziemlich rasch nach unserer Ankunft. Musikbanausen halt… die restlichen hielten durch und kamen so auch zur Ehre (?), als erste die Schnitzelbänke zu hören. Dass dabei ausgerechnet zwei Direktbetroffene (Zürcher) im Publikum sassen, war nicht mehr als ein glücklicher Zufall… Ehrenwort! Diese Gäste versuchten uns in der Folge klar zu machen, dass Zürich selbstverständlich (!) auch eigene Berge habe, nämlich den Üetliberg! Aber dieser ist halt, mit einer Höhe lächerlichen 870 M.ü.Meer, gerade mal ähnlich hoch wie Herisau, weshalb wir weiterhin an unserer Darstellung, Zürich verfüge über keinerlei Berge, festhalten. Zum Thema noch ein kleiner Witz: Was ist 300m hoch und eine Sehenswürdigkeit in Europa? -> Genau, der Schuldenberg von Griechenland!
So, zurück zur Beizentour. Nach dem Quellenhof fuhren wir weiter zur Moosburg. Die Zuschauermenge dort lag bei 7, Beizer inklusive. Ein Privatkonzert quasi, aber irgendwie sind auch diese Auftritte sympathisch. Wobei die Gäste nicht gerade als Vorbilder für Stimmungskanonen dienen können. Item, wir als wieder raus aus der Beiz und – ein Novum – ab zum goldenen „M“ fürs Nachtessen. Zu Fuss, versteht sich, durch den DriveIn wärs mit den langen Bussen schwierig geworden.
Dritte Station war die Brauerei Freihof, wo wir die Herischrenzer antrafen. Sie hatten ihren Auftritt bereist beendet, waren aber noch gebeten worden an einer Geburtstagsfete im ersten Stock aufzutreten. Da sie keine Zeit mehr hatten, durften wir die Einladung übernehmen. Und so erfreuten sich Helen und ihre Gästeschar unseres fetzigen Auftritts und die Schnitzelbänke lösten ein erstes Mal grosses Gelächter und positives Echo aus. E gfreuti Sach gsi! Nichtsdestotrotz spielten wir auch noch im Brauhaus und wurden dort, kurz vor dem Austrocknen, mit hellem Bier und klarem Schnaps verköstigt. Direkt danach ging es in den Hirschen, der Gossauer Beiz in welcher wir scheinbar als einzige Gugge noch auftreten dürfen. Der Laden war noch genau so klein wie letztes Jahr, und genau so gerammelt voll auch. Eine echte Herausforderung zum spielen. Aber kein Problem für uns!
Den Abschluss bildete der Auftritt im PW, welcher unerwartet gut ankam bei den Gästen. Wer hätte das gedacht. Leicht enttäuscht wirkte der Beizer, als wir nach getaner Arbeit gleich wieder abzogen. Ob er sich wohl ein paar Mehreinnahmen erhofft hat..? Nun ja, wir jedenfalls fuhren zurück nach Herisau und stellten zufrieden fest, dass sich der Abend finanziell durchaus auch gelohnt hatte. Muss daran gelegen haben, dass Ramona eine neue Haarfarbe hat. Denn musikalisch ist durchaus noch Luft nach oben vorhanden. Also: Piu forte ragazzi!! Und denkt daran, für Guggenmusiger gibt es nur zwei Lautstärken: f = forte und p = POWER!
Witz des Tages: Thomas übt am offenen Fenster Posaune. Da kommt ein Damenschuh durchs Fenster geflogen, haarscharf am Kopf vorbei! „So eine Frechheit!“ sagt Thomas, worauf Nadine ruft: „Spiel weiter, vielleicht kommt auch noch der zweite Schuh! Der erste passt…“
Übrigens: im Gang vor der Wohnung von Dani und Andrea hing kürzlich ein Zettel: „Trompete zu verkaufen“. Nach 2 Tagen hatte jemand darunter geschrieben: Endlich!
Hallo zusammen!
Da ich in Gossau geboren und aufgewachsen bin, habe ich diese Zeilen mit einem grossen Schmunzeln gelesen. Kompliment dem Verfasser! Viel Spass in der närrischen Zeit und vielleicht sieht man sich ja am Schnitzelbankabend.
Grüsse von der Schwellbrunnerstrasse
Gisela Frischknecht
(FR-SATUS Herisau)